AU.RO.RA – wissenschaftliche Grundlagen der Textanalyse

Wissenschaftliche Grundlagen der AU.RO.RA-Architektur

Deskriptive Textanalyse auf Basis etablierter sprachwissenschaftlicher und strukturanalytischer Ansätze – ohne diagnostische oder forensische Aussage.

Methodische Grundlagen

AU.RO.RA vereint mehrere wissenschaftliche Ansätze zu einem kohärenten Analysemodell: die textanalytische Stilistik (in Anlehnung an Svartvik, 1968 und McMenamin, 2002), die phänomenologische Strukturanalyse (in Anlehnung an Karl Jaspers, 1913), das PCL-R-Modell (in Anlehnung an Hare, 2003) als deskriptive Referenz – ohne diagnostische Verwendung –, die LIWC-Methodik (in Anlehnung an Pennebaker, 2011) zur Merkmalsextraktion sowie die OIA-Architektur (Operational Identity Architecture) zur mathematischen Modellierung textueller Merkmale.

Ziel ist die isolierte Betrachtung struktureller Textmerkmale – unabhängig vom thematisierten Inhalt und ohne Rückschlüsse auf Personen.

Wissenschaftliche Referenzrahmen

1. Phänomenologische Strukturanalyse
(in Anlehnung an Karl Jaspers, 1913)

Deskriptive Erfassung struktureller Darstellungsmuster – ohne medizinische Einordnung.

📚 Springer →
2. Computerbasierte Stilometrie
(in Anlehnung an J. W. Pennebaker, 2011 / LIWC)

Statistische Modellierung von Textmerkmalen für reproduzierbare Sprachprofile.

💬 LIWC.app →
3. Textanalytische Stilistik
(in Anlehnung an G. R. McMenamin, 2002 / J. Svartvik, 1968)

Merkmalsbasierte Analyse sprachlicher Textsignaturen.

📖 Routledge →
4. PCL-R Strukturmerkmale
(in Anlehnung an R. D. Hare, 2003)

Deskriptive psychologische Referenzstruktur – rein regelbasiert, ohne klinische Einordnung oder diagnostische Verwendung.

📘 MHS →
5. Räumliche Kodierungsanalyse
(in Anlehnung an Keatley et al., 2024)

Erkennung geografischer Anker und Bewegungssprache in Texten.

🔗 DOI →
6. OIA (Operational Identity Architecture)
(486DIM LABS Eigenentwicklung)

Constraint-basierte Modellierung textueller Merkmale – 4 Zeitskalen, 3 Kernmetriken. Keine Personenidentifikation.

Ergänzende Referenzen (deskriptiv, nicht validierend)

Entitäten-Themen-Korrelation (explorativ)
Adkins et al. (2025) – in Vorbereitung
Emotionale Asymmetrie & Täuschung (Forschungskontext)
Hancock, Woodworth & Porter (2009) 🔗 DOI →
Moralische Distanzierung (Forschungskontext)
Bandura (1999) 🔗 DOI →
Vernehmungspsychologie (Forschungskontext)
Gudjonsson (2003) 📖 Wiley →
Abschiedskommunikation (Forschungskontext)
Shapero & Ioannou (2018)
Übersetzungsspuren (Forschungskontext)
Brennan et al. (2012) 📄 ACL →

Zeitliche Strukturanalyse (Temporal Collapse)

Die zeitliche Strukturanalyse beschreibt ein mathematisch messbares Phänomen der zeitlichen Organisation eines Textes. Das System analysiert das Verhältnis von Zukunfts- zu Vergangenheitsreferenzen sowie narrative Brüche in der Zeitstruktur – rein deskriptiv, ohne Rückschlüsse auf Personen oder Ereignisse.

Hinweis: Der Begriff bezeichnet eine strukturelle Eigenschaft der zeitlichen Textdynamik – keine medizinische oder klinische Einordnung.

Vergleich: Traditionelle Linguistik

Funktionale Einordnung – interpretativ, nicht abschließend
KriteriumTraditionelle VerfahrenAU.RO.RA
AnalysegeschwindigkeitBatch-basiert, manuellAutomatisiert, ca. 20k Zeichen/Sek.
Methodische StabilitätInter-annotator variabilityRegelbasierte Modellierung
SkalierbarkeitBegrenzt auf EinzelfallanalysenParallelisierte Verarbeitung
ReproduzierbarkeitAbhängig von ExpertenurteilNachvollziehbar durch feste Regeln

Vergleich: KI-Systeme

Funktionale Einordnung – interpretativ, nicht abschließend
KriteriumStandard-LLMsAU.RO.RA
ArchitekturtypTransformer-basiert64+ Detektoren + 30+ Logikregeln
EntscheidungslogikWahrscheinlichkeitsbasiertRegelbasierte Konsistenzprüfung
ErklärbarkeitEmergent, schwer nachvollziehbarModellierte Entscheidungsgraphen
FehlerstrukturHalluzinationen möglichLogisch klassifizierte Inkonsistenzen

Abgrenzung zu großen Sprachmodellen

LLMs operieren auf Basis statistischer Sprachmodellierung. AU.RO.RA implementiert keine generative Architektur, sondern ein analysierendes Systemdesign mit Merkmalsdetektoren und logischen Kernregeln.

Hinweis zur Nachvollziehbarkeit:

Eingesetzte Sprachmodelle agieren ausschließlich als mathematische Merkmalsextraktoren. Die finale Verknüpfung erfolgt regelbasiert im Konsistenzprüfer.

💡 Verfahren im Überblick

Das System überführt anerkannte stilometrische und strukturanalytische Rahmenwerke in ein regelbasiertes Analyseframework. Die Analyse kann lokal und ohne zwingende Cloud-Anbindung betrieben werden. Keine Personenidentifikation, keine automatisierten Entscheidungen.

WISSENSCHAFTLICHE REFERENZEN

Ausgewählte Quellen

Bandura, A. (1999)
Moral Disengagement
🔗 DOI →
Gudjonsson, G. H. (2003)
Interrogations and Confessions
📖 Wiley →
Hare, R. D. (2003)
PCL-R (deskriptive Referenz)
📘 MHS →
Jaspers, K. (1913)
Allgemeine Psychopathologie
📚 Springer →
Keatley, D. et al. (2024)
Räumliche Kodierung
🔗 DOI →
McMenamin, G. R. (2002)
Forensic Stylistics
📖 Routledge →
Pennebaker, J. W. (2011)
LIWC
💬 LIWC.app →
Svartvik, J. (1968)
The Evans Statements
📄 ResearchGate →